Logbuch

01.05.2014
17:26

Leinen los - 2014

Aber wie immer, eines nach dem andern.

Mitte Dezember 2013 habe ich mit Wehmut meine „Anita“ im Winterhafen in Melilla verlassen, um für zwei Monate in die Schweiz zu reisen. Weihnachten im Familienkreis zu feiern ist gut für das Gemüt. Vor allem der persönliche Kontakt mit Nina, meiner zwei-jährigen Enkelin, war nach Monate langem skypen ein besonderes Vergnügen. Ich denke, wir mögen uns beide sehr. Ebenfalls ein Vergnügen, allerdings mit ziemlich schlimmen Folgen, waren meine Besuche bei Freunden, Bekannten und Verwandten. Mein Terminkalender war mindestens so belegt, wie zu meiner aktivsten Geschäftszeit – allerdings jeweils ab 18.00 Uhr zum Dinner. Ich habe innerhalb weniger Wochen sage und schreibe mehr als 8 (acht) Kilogramm zugenommen! Es ist jetzt Anfang Mai 2014 und ich bin immer noch mühsam am Abnehmen.

Mitte Februar reiste ich dann per Flug wieder nach Melilla zurück. So leicht wie auf dem Bild viel mir der Abschied von meiner Tochter, meinem Sohn und seiner Freundin im Flughafen Kloten nicht.

In Melilla war es noch zu kühl und oft auch zu stürmisch, um Segel zu setzen. Eine gute Gelegenheit, die Zeit für eine Andalusien-Rundfahrt zu nutzen. Während dreier Wochen habe ich dann per Leihwagen diese wunderschöne Region Südspaniens bereist und die Städte Malaga, Granada, Sevilla, Cadiz, Tarifa und Gibraltar besucht, mit all ihren unzähligen und beeindruckenden Sehenswürdigkeiten. Ein Highlight war ein Ausflug zum winterlichen Skigebiet in die Sierra Nevada, während in Granada bereits alles in voller Blüte stand. Ein weiteres Highlight war aber auch der spanienweit bekannte „Carneval“ in Cadiz. Eine ganze Woche geht es dort zu und her wie in Rio des Janeiro. Da es für den Verkehr kein Durchkommen gab, verkehrten die ganze Woche auch keine sightseeing Busse. Beeindruckend war natürlich auch Gibraltar mit seinem markanten Felsen. Ein Blick bei untergehender Sonne über die Strasse von Gibraltar mit den durchfahrenden Grossschiffen auf den nahe gelegenen afrikanischen Kontinent bleibt unvergesslich. Natürlich wurden dabei auch die legendären drolligen Affen aus nächster Nähe gefilmt und per SMS in die ganze Welt versandt.

Die zweite Hälfte März war für Unterhalt und Reinigung des Schiffes reserviert. Jeden Tag stand auch ein fünf Kilometer-Walk am Strand von Melilla für mein Bauchspeck auf dem Programm. Ende April unternahm ich dann einen zwei-tägigen Probeschlag zur nahe gelegenen marokkanischen Stadt „Saidia“ um Schiff und Crew zu testen. Wieder zurück in Melilla brauchte ich nur noch einen Grosseinkauf zu tätigen und ein gutes Wetterfenster abzuwarten, um dann am 5. April, mitten in der Nacht die Leinen los zu werfen und den Ritt über das Mittelmeer nach Cabrera (Mallorca) zu wagen. Ich hatte mir den direkten Kurs 50 Grad 380 sm deshalb ausgewählt, um den „lästigen“ Fischern in Festlandnähe auszuweichen um damit nachts im Stunden-Rhythmus schlafen zu können. Die Grossschifffahrt spielte dabei keine Rolle, denn diese Schiffe erschienen im AIS-System bereits drei Stunden bevor sie allenfalls „zu nahe kamen“ auf dem Bildschirm und bedeuteten deshalb keine Gefahr für mich. Ein schönes Erlebnis, drei Tage ganz allein ohne Landsicht unterwegs zu sein. Die Windverhältnisse waren wie vorausgesagt, anfangs eher etwas zu heftig mit entsprechendem Seegang, dann aber traumhaft. Und auch diesmal hatte ich täglich mehrmals Kontakt mit Delfinen, die mich lange spielend begleiteten. Am dritten Tag war ich zehn Stunden mit dem Parasailor (Spinnacker) unterwegs. Am Ende der dritten Nacht kam dann die Insel Cabrera in Sicht und ich freute mich sehr auf diesen idyllischen Ort, um mich von der Übersegelung etwas erholen zu können. Die Dreitagesreise war zwar absolut kein Stress, aber der ungewohnte Schlafrhythmus war etwas gewöhnungsbedürftig. Meine Tochter Anita meinte dazu, jetzt siehst du mal, wie Mütter während der ersten Stillphase ihrer Babys zu leiden haben – Recht hat sie.

Soeben habe ich eine Woche in Palma de Mallorca bei BAVARIA Spain verbracht. Einige Kleinigkeiten waren bei „Anita“ in Garantie zu erledigen. Zudem wurde ein Spinnakerbaum-Liftsystem am Mast angebracht. Dieser leicht zu manövrierende Spi-Baum werde ich zukünftig bei gewissen Vorwindkursen für das Vorsegel benutzen – nicht aber für den Parasailor. Mein Update der Homepage bearbeite ich zurzeit in Porto Cristo und werde bei guter Wetterlage nach Mahon (Menorca) und weiter nach Sardinien segeln, wo in einigen Wochen die Gästefahrten mit Freunden, Bekannten und Verwandten beginnen werden. Ich freue mich darauf.

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